Entwürfe

„Matrix“

Gerade in der Coronazeit setzen wir uns mit der digitalen Welt auseinander. Onlinemeetings und digitale Führungen in Kunstmuseen gehören auf einmal zu unserem Alltag. Umso mehr entwickelt sich eine Sehnsucht nach dem Analogen. „Matrix“ bildet eine Symbiose dieser Welten.

Der Baum im Skulpturenpark Buchholz wird mit einem Raster aus Neontape beklebt. Selbst am Tage wirkt er wie ein digitaler Fremdkörper. Verschwinden dann am Abend die Farben des Parks in der Dunkelheit, erscheint der mit mit UV-Licht beleuchtete Baum wie ein Computer-generiertes Hologramm.

Tycho

Fasziniert von der Idee außerirdischen Lebens, produziert Stanley Kubrick Im Jahre 1968 den Science-Fiction-Film „Odyssee 2001 im Weltraum“. In einer Szene dieses Films wird im Mondkrater „Tycho“ ein tiefschwarzer Monolith gefunden. 

Der Besucher der Autobahn-Unterführung Münchenstraße in Braunschweig, kann sich wie im Innern eines Raumschiffs fühlen. 
Die gelb-grünlich schimmernde Decke ist überarbeitet mit schwarzen geometrischen Formen. 

Bewegt sich der „Raumfahrer“, so wandeln sich die geometrischen Formen, verlieren ihre Plastizität oder verändern sich optisch zu Bauelementen der Brückenarchitektur.

Mal erscheinen sie als plastische Raumkörper, mal als schwarze Löcher die, durch die Brückendecke hindurch, die Illusion eines Blicks in das Weltall erzeugen.

Die überwiegend aus der HIP-HOP-Kultur stammenden Style-Writing Elemente der Graffitis, bilden eine Art Wettstreit unter den jeweiligen Künstlern. Hier unter der Unterführung erlaubt, in der breiten Öffentlichkeit jedoch verboten, müssen die Sprayer immer wieder damit rechnen, dass ihre Kunstwerke übermalt oder vernichtet werden.

Bei meiner Arbeit unter der Decke der Unterführung ist das nicht der Fall. Dennoch macht sie den Künstlern der Braunschweiger Graffiti-Kultur keine Konkurrenz und trägt im Gegenteil dazu bei Treffpunkt der Jugendlichen zu werden und eine größere Aufmerksamkeit auf ihre Graffiti zu lenken. Das aus einfachem Bauholz gestaltete Podest dient als Aufenthaltsort.

„CONE 3“

Zaha Hadid wird zu den Architektinnen gezählt, die die „Dekonstruktivistische Architektur“ erfunden haben. Bis in die 1980er Jahre hinein galten viele ihrer Entwürfe noch als unbaubar. 

Die Konstruktion des „Phaeno“, die auf der Verformung eines Gitterrasters zu Cones beruht, ist das statische Prinzip ihrer Architektur. Mit Hilfe von Computergrafiken entwickelt, befindet sich das Raster, versteckt als Baustahlgewebe, im gegossenen Beton.

In meiner Arbeit habe ich dieses Prinzip aufgegriffen und an die Stelle der festen, statisch funktionierenden Konstruktion, die Illusion eines „Cone 3“ gesetzt, die ihn zu verformen scheint. Ich versuche also eine Dekonstruktion der „Dekonstruktivistischen Architektur“.

„Nebelwald“

ist eine temporäre Installation die für den Ringgleis-Schluss in Braunschweig entworfen wurde. Durch den mit künstlichem Nebel gefüllten Parkabschnitt, in der Nähe des Jödebrunnens, bewegen sich langsam Suchscheinwerfer. Geräusche und Stimmen aus Laboren oder Count-Douns von Raketenstarts untermalen die Atmosphäre.